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zur Abwicklung der Wechselprozesse im Messwesen
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Das ermöglicht den Unternehmen, den Energieeinsatz systematisch und kontinuierlich zu optimieren.
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KISTERS vervollständigt sein Produktportfolio Energiemarkt in Sachen Customer Value Management
Dr. Oliver Chadenas
Produktverantwortlicher BelVis GAS
umfangreiches Fachwissen in Energiedatenmanagement, Zeitreihenmanagement, Energiemarkt Strom und Gas
Produktmanagement BelVis GAS
Mittwoch, 21. Juli 2010
Senkung der Regelenergiekosten: Über richtige Ziele und falsche Wege
Neue Marktregeln mit 7 Tagen Vorlauf
Schon hatte man sich gefreut: Zum Termin 01. April standen in diesem Jahr nur einige wenige Änderungen im deutschen Gasmarkt an - überwiegend kleinere Formatanpassungen. Also hätten die Netzbetreiber einmal ein wenig Ruhe, um ihre Prozesse zu optimieren und die Qualität ihrer Daten zu verbessern…
So dachte man - bis dann, genau eine Woche vor dem Stichtag, die Bundesnetzagentur auf Initiative der Bilanzkreisnetzbetreiber (BKN) unter dem Titel "Folgerungen aus der Entwicklung des Regelenergiebedarfs" eine Reihe von Empfehlungen veröffentlichte. Nun sind "Empfehlungen" bei der BNetzA etwas recht Verbindliches, und das hieß also: Ab dem 01. April 2010 wurden wieder neue Marktregeln eingeführt.
Worum geht es? Ziel der BNetzA ist, die Kosten für Regelenergie, die den BKN entstehen, zu senken. Erreicht werden soll dies im Wesentlichen durch eine Verlagerung der finanziellen Verantwortung auf die Verteilnetzbetreiber, bei denen die Hauptschuld für die hohen Abweichungen zwischen der allokierten Ausspeisung und dem tatsächlichen physikalischen Verbrauch gesehen wird.
Das ist konsequent: Schon in der GABi hat die BNetzA den Ansatz verfolgt, dass eine klare Zuweisung der Verantwortlichkeit für bestimmte Kosten einen Anreiz für den jeweilig Betroffenen schafft, diese Kosten zu senken. Insgesamt wird so eine globale Senkung der Kosten erwartet.
Gut gemeint, doch am Ziel vorbei
Zum Beispiel die SLP-Allokation, die gemäß den Regeln der GABi immer schon am Vortag, also "D-1" ausgeführt wird: Dahinter steht die Idee, dass der Lieferant nicht für die Ungenauigkeiten der Standardlastprofile verantwortlich zu machen ist. Die Lieferanten sollen vor den Unwägbarkeiten der Ausgleichsenergie bewahrt, dadurch die Stellung des Lieferanten gestärkt und der Wettbewerb auf dem Gasmarkt verbessert werden.
Tatsächlich geht dieser Schuss aber nach hinten los. Naturgemäß stehen am Tag D-1 weniger Informationen über "D" zur Verfügung als am Tag D+1, so dass die Allokation zwangsläufig ungenauer sein wird. Dem Lieferanten wird so zwar keine Ausgleichsenergie zugeordnet, aber global und über alle Netze hinweg gesehen wird die insgesamt erzeugte Abweichung größer, wodurch – wenn man die einzelnen Beteiligten und ihre Rollen einmal nicht betrachtet – das Funktionieren des Gesamtsystems verschlechtert wird. Die Ausgleichsenergie verbleibt zunächst in den Netzkonten und trifft den Lieferanten in Form von Mehrmindermengen schließlich doch noch. Es muss festgestellt werden: Bei der Fokussierung auf einzelne Teilgebiete des Marktes und die dort entstehenden Kosten hat man das große Ganze aus den Augen verloren.
Meine Erfahrung ist, dass fehlerhafte Allokationen nicht durch Bösartigkeit der Verteilnetzbetreiber zu Stande kommen. Die Netzbetreiber sind durchweg aufrichtig um sinnvolle Allokationen bemüht, scheitern aber an der internen Datenlage, an ihrer Personalsituation, an der Komplexität des Prozesses und nicht zuletzt an den Vorgaben der GABi. Die Erwartung der BNetzA, durch Erhöhung des Kostendrucks werde man die als mangelhaft empfundene Kooperation der Netzbetreiber schon erzwingen, möchte ich vor diesem Hintergrund skeptisch beurteilen.
Schritte zur Allokationsverbesserung
Not täte ein ganzheitlicher Ansatz. Die Frage muss sein, wie sich über alle Marktpartner hinweg die Prozesse von Nominierung und Allokation verbessern und dadurch Regelenergiekosten senken lassen, bevor im zweiten Schritt darüber nachgedacht wird, welchen Anreiz man den einzelnen Beteiligten bieten kann.
Im oben betrachteten Beispiel der SLP-Allokation würde dies bedeuten, dass man sich zunächst einmal eingestehen muss, dass das Verhalten der Kleinkunden per se nicht vorherzusagen ist und dass auch durch beständiges Herumdoktern an den Standardlastprofilen die Allokation nicht auf die geforderte Qualität verbessert werden kann. Als Konsequenz müssen Marktregeln gefunden werden, die robust gegen solche Abweichungen sind und eine gewisse Ungenauigkeit im Ausrollen der Standardlastprofile tolerieren. Elemente dazu könnten etwa die Umstellung auf eine D+1-Allokation verbunden mit einer massiven Vereinfachung und Vereinheitlichung der Standardlastprofile, ggf. kombiniert mit der Anwendung des analytischen Verfahrens, sein.
Reden Sie mit!
Wie auch immer solche Details aussehen mögen: Wichtig ist nicht zuletzt die Einbeziehung der Experten "vor Ort", also der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den EVU, die täglich mit der praktischen Durchführung der Prozesse betraut sind.
Wir können immer nur wieder appellieren: Beteiligen Sie sich - über das Tagesgeschäft hinaus. Denken Sie mit, reden Sie mit! Bringen Sie sich ein, ob nun bei BDEW, DVGW oder Geode. Es sind Ihre Verbände - sorgen Sie dafür, dass sie auch Ihre Interessen vertreten.
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